Abzocke mit kontaktlosen Zahlfunktionen

20.09.2019 20:25

Abzocke mit kontaktlosen Zahlfunktionen

Kontaktloses Bezahlen mit der Kredit- oder Debitkarte soll einfach, schnell und sicher sein. Doch Diebe können aufgrund der NFC-Funktion der Karten ganz leicht Beute machen.

Die Kontaktlosfunktion bei Kredit- oder Debitkarten soll es Kunden ermöglichen, schnell an der Kasse zu bezahlen. Diebe können allerdings leicht die NFC-Funktion der Karte auslesen – und so innerhalb weniger Sekunden bis zu 25 Euro vom Konto des Opfers abbuchen. Dafür muss der Dieb nur in die Nähe der Karte kommen.

Für Beträge über 25 Euro muss in der Regel ein PIN-Code eingegeben werden. Bei manchen Banken können Beträge über 25 Euro allerdings auch mit der Unterschrift autorisiert werden, wodurch Diebe wiederum in manchen Fällen die Möglichkeit haben, auch an höhere Beträge zu kommen. Die meisten Kredit- und Debitkarten verfügen derzeit schon über einen NFC-Chip. Zu erkennen an dem Wellensymbol auf der Karte.

Was ist NFC?

NFC steht für „Near Field Communication“ – auf Deutsch: Nahfeld-Kommunikation. Sie erlaubt den blitzschnellen Datenaustausch zwischen zwei Geräten wie zum Beispiel Handy oder Kreditkarte mit einem Kassenautomaten. Die Daten werden über eine kurze Distanz von einigen Zentimetern per Funk übertragen.

Die Technologie basiert auf der „Radio Frequency Identification (RFID)“, also der funkwellenbasierten Identifizierung. Während RFID jedoch wie eine Einbahnstraße funktioniert – also nur ein Sender an einen Empfänger funkt – funktioniert der Datenaustausch bei NFC-Geräten in beide Richtungen. Dieses Prinzip macht das kontaktloses Bezahlen überhaupt erst möglich.

Die Technik zum Auslesen der Kredit- oder Debitkarten ist leicht zu bekommen: Im Internet gibt es ein drahtloses Lesegerät schon für 25 Euro – ganz legal. Mit der passenden Software und dem eigenen Smartphone kann der digitale Diebstahl beginnen.

NFC-Signal stören

Laut dem Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft sei das kotaktlose Bezahlen mit den Karten grundsätzlich sicher. Außerdem können die Kunden selbst das System noch sicherer machen.

„(…) zwei Karten mit NFC-Technologie im gleichen Geldbeutel sind eine Möglichkeit, da sie ihr Signal gegenseitig stören und von außen nicht angefunkt werden können.“

Deutsche Kreditwirtschaft

Wir machen den Versuch und legen fünf Karten mit kontaktloser Bezahlfunktion übereinander – und tatsächlich können wir innerhalb weniger Sekunden Geld von einer Karte buchen. Diese Methode scheint keinen Schutz zu garantieren.

So können Sie sich schützen

Letztlich haben Verbraucher zwei Möglichkeiten, sich effektiv vor dieser Diebesmasche zu schützen: Sie können die NFC Funktion von der Bank abschalten lassen oder die Karte in einer speziellen Schutzhülle aufbewahren. Hüllen, die die NFC-Kommunikation stören, gibt es bereits für unter zehn Euro.

Wichtig: Ist die Karte verlorengegangen oder gestohlen worden, sollte sie sofort über den Sperrnotruf 116 116 gesperrt werden. Die mobile Bezahlfunktion wird dadurch ebenfalls blockiert.

Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema kontaktloses Zahlen bieten die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale.


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